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Schlaganfall – eine neue Zivilisationskrankheit und lebenslange Beeinträchtigung?

Autoren: Schupp, Wilfried
Rubrik: Neuroorthopädie
Ausgabe: 3/2020
Seiten: 22-27
Jahrgang: 71
Schlüsselwörter: Schlaganfall, Epidemiologie, Prävalenz und Inzidenz, Primär- und Sekundärprävention, Langzeitverlauf

Abstract

Ein Schlaganfall als akute Erkrankung der Blutversorgung tritt in verschiedenen Formen auf; am häufigsten ist der Hirninfarkt. Er ist im Erwachsenenalter die zweit- bis dritthäufigste Todesursache weltweit und die häufigste Ursache für bleibende Behinderung bzw. Pflegebedürftigkeit. Bei Inzidenz und Prävalenz bestehen eine deutliche Alters- und eine gewisse Geschlechtsabhängigkeit. Stark ausgeprägt ist auch die sozioökonomische Komponente weltweit – arme und weniger gebildete Menschen sind mehr und früher betroffen. Primär- und Sekundärprävention sind durch die folgenden wesentlichen Risikofaktoren bestimmt: Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Altersdiabetes sowie Vorhofflimmern bzw. -flattern (VHF). Die durch den Lebensstil bedingte Komponente ist noch stärker ausgeprägt bei Bewegungsmangel, schlechter Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und psychosozialem Stress. Bei der Sekundärprävention spielen spezifische Medikamente zur Beeinflussung der Blutgerinnung eine wichtige zusätzliche Rolle. Die Langzeitperspektive wird neben dem Lebensalter durch folgende Aspekte bestimmt: möglichst gut erhaltene oder wiederhergestellte motorische und kognitive Alltagskompetenz, gesundheitsbezogene Lebensqualität, niedriges Sturzrisiko, guter Ernährungszustand und (anhaltend) gute psychische Verfassung. Insofern ist der Schlaganfall eine durch den Lebensstil mitbedingte Erkrankung und kann eine lebenslange Behinderung hinterlassen.

Stroke is an acute disease of the blood supply to the brain with different forms, with brain infarction the most common subtype. It is the second to third most frequent cause of death in adults around the world and the most frequent cause of permanent disability and need for care. The incidence and prevalence of stroke correlate highly with age and to a certain extent with gender. Worldwide studies also proved a strong socioeconomic component: poorer and less educated individuals are affected more and earlier in life. Primary and secondary prevention are dominated by the main risk factors: high blood pressure, high blood fats, type 2 diabetes and atrial fibrillation or flutter (AF). The lifestyle-associated risk is even more pronounced when coupled with a sedentary lifestyle, poor nutrition, smoking, alcohol consumption or psychosocial stress. Specific medication to inhibit coagulation is additionally important in secondary prevention. In addition to age, the long-term outlook is determined by well-preserved or restored cognitive and motor functions in activities of daily living (ADL), health-related quality of life (HRQoL), low risk of falls, good nutritional condition, and (sustained) good mental health. Stroke is thus a disease affected by lifestyle that can lead to lifelong disability.

Sämtliche in der OT erschienenen Fachartikel von "Schupp, Wilfried "

  1. Rehabilitation und Langzeitbetreuung von Schlaganfallpatienten

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